Interkulturelle Gesundheitsförderung in aufsuchender Bildungsarbeit für Migrantinnen und ihre Kinder im Vor- und Pflichtschulalter


 
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ausgezeichnet mit dem Vorsorgepreis 2010

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Externe Zwischenevaluation

Im April 2010 wurde im Rahmen der Externen Evaluierung, die von Prospect Unternehmensberatung GesmbH (www.pro-spect.at) durchgeführt wird, der Zwischenbericht erstellt. Zu Schulung und Tätigkeit der Gesundheitstutorinnen wurde von der Evaluatorin Mag.a Andrea Reiter u.a. festgestellt:

 Alle Gesundheitstutorinnen zeichnet großes Interesse und Engagement für das Projekt „Gesundheit kommt nachhause“ aus. Überwiegend waren keine Vorerfahrungen im Gesundheits- oder Sozialbereich bei den Gesundheitstutorinnen vorhanden, was aber insofern auch ein Vorteil war, weil die Erfahrung mit der persönlichen Entwicklung eine gute Basis für die Vermittlungsrolle der Tutorinnen ist. Denn in der Fokusgruppe zeigte sich sehr deutlich, dass die Selbsterfahrung, die Erarbeitung eines völlig neuen Themenfeldes und die Erinnerung an die eigenen Fragestellungen, einen wirksamen Zugang für das notwendige empathisches Verhalten zu den betreuenden Müttern darstellten.
Öfters wird auf den Vorteil des gleichen soziokulturellen Hintergrunds verwiesen und dies als unabdingbare Basis für das Herstellen des notwendigen Vertrauens erachtet, ebenso wie die Vorbildwirkung: „Wir werden immer gefragt was wir vorher gemacht haben, ich sag ich war Hausfrau und das verbindet, wir sind jetzt ein Vorbild, das ist ganz wichtig.“
 
 Die Gesundheitstutorinnen wollen ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die Mütter nicht nur beruflich motiviert, sondern ganz persönlich auch deshalb weitergeben, weil sie selbst erlebten, welche positive Veränderung es bei ihnen bewirkte. „Es geht um das Bewusstsein. Wir sind selbst aus dem muslimischen Kulturkreis und wir wollen die sozial benachteiligten Frauen aufwecken und bewusster machen, damit sie nicht zu Hause in dem Teufelskreis bleiben. Da wir von da kommen, können wir das mitfühlen. Wir wollen helfen, wir spüren das, das ist unsere Arbeit und unser Ziel.“
Neben dem Gesundheitswissen ist es auch die Durchbrechung der sozialen Isolation, die den Gesundheitstutorinnen am Herzen liegt, „Auch die Sozialverbindungen der Frauen sind sehr schlecht, sind nur in ihrem Kreis, wie bei mir, ich fühle das, ich verstehe das. Das Ziel ist aufwecken, bewusster machen, ob sie das machen ist dann ihre eigene Entscheidung.“
 
 Das Projekt ist insgesamt von einem unkonventionellen und mutigen Zugang gekennzeichnet. Die Wirksamkeit beruht auf einer wertschätzenden Grundhaltung, die jeder Frau eine Entwicklung und den Ausbau ihrer Ressourcen zutraut und den Frauen auf einer Ebene entgegenkommt, die sie direkt anspricht und dort abholt, wo sie stehen.
Aus Sicht der Evaluation kann das Projekt als mutig bezeichnet werden, weil es keinen vermeintlichen kulturellen Erfordernissen und Rücksichtnahmen entsprechen will.
Die Frauen - Gesundheitstutorinnen und Mütter - werden in ihrem selbständigen Frausein gestärkt und nicht als benachteiligte Gruppe bemitleidet.
 
 Gesundheitliche Aspekte, der Wunsch nach Eigenverantwortung scheinen - so zeigt zumindest die bisherige Umsetzung des Projektes „Gesundheit kommt nachhause“ - universal und nicht kulturell determiniert zu sein, auch wenn der gleiche Zugang zu Wissen und Ressourcen – im vorliegenden Fall Health Literacy – nur über ein kultursensibles und -bewusstes Setting erzielt werden kann.
Die Kinder sind der „Motor“ im Projekt, mit dem die Neugierde und das Interesse der Mütter an Gesundheitsfragen geweckt und schließlich die Aneignung von Health Literacy initiiert werden soll. Aus heutiger Sicht kann es mit dem beschriebenen Ansatz wirkungsvoll gelingen, Gesundheitsbewusstsein in der Zielgruppe zu verbreiten.

 

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last update: 10.08.2015